Comic-Fachpressen-Index 2003-2005

Als der letzte Comic-Fachpressen-Index 2012-2014 aus dem Hause Zebra erschien, haben wir hier im Gringo-Logbuch ausführlich auf die Vorzüge, die Einzigartigkeit und den zugrundeliegenden gigantischen Fleiß der Macher hingewiesen. Daran hat sich natürlich auch beim neuen Band nichts geändert. Dieser behandelt die Jahre 2003 bis 2005 und schließt damit die letzte zeitliche Lücke im Mammutwerk. Die periodische deutschsprachige Comic-Fachliteratur ist nun von 1989 bis heute komplett erschlossen. Allein die Jahre 2000 bis 2014 umfassen fünf Bände, das sind zusammen über 700 Seiten, übersichtlich erfassbar durch Verfasser-, Personen-, Sach- und Comictitel-Register.

Der mehrbändige Comic-Fachpressen-Index müsste in jeder wissenschaftlichen Bibliothek stehen, und, wir wiederholen uns, aber es muss nach dieser Komplettierung einfach nochmal gesagt werden, sämtliche Spezialpreise sämtlicher Jurys gewinnen.

Comic-Fachpressen-Index 2003-2005 (ZEBRA-Sonderband 21)
124 Seiten / sw / DIN A 4 / 12,- Euro

Der Groll der Zwerge

Selbst unter seinesgleichen galt Orm Eisenbeiß als knurriger Gesell, dem nur selten ein freundliches Wort über die Lippen schlüpfte. Dunkler Groll und immerwährende Gereiztheit pochten abwechselnd in seinem spärlich bewachsenen Schädel.

Wenn ein Roman derart wortgewandt anfängt, hat er den Leser bereits gepackt. Auch der lapidar-ironische Titel des ersten Kapitels, „Vorgeplänkel“, ändert daran nichts. Dass Bernd Frenz mit Worten umgehen kann, wissen Gringo-Leser bereits seit dem Jahr 2000, denn damals erschien das fünfte Heft unserer Serie KURZER PROZESS. Darin enthalten waren Kurzgeschichten, die ausschließlich aus Bernds Feder flossen (und dann von verschiedenen Zeichnern umgesetzt wurden). Seitdem hat er noch einiges an Comics getextet und zudem diverse Romane geschrieben.

Jetzt erscheint bei Fischer Tor ein neuer Höhepunkt in Bernds Schaffen: DER GROLL DER ZWERGE ist der erste Teil einer epischen Trilogie, in der alle Fabelwesen vorkommen, die der Fantasy-Fan seit dem Herrn der Ringe so liebt. Die ewig schwelenden Konflikte der verschiedenen Völker eskalieren hier zum größtmöglichen aller Kriege: Zwerge gegen Elfen gegen Orks gegen Menschen. Dass das ganze nicht zum reinen Schlachtgetümmel wird, dafür sorgen die lebendigen Charakterbeschreibungen des Autors. Bernd liebt seine Figuren, wie auch dieses Zitat aus einem kürzlich veröffentlichten Interview zeigt: „Ich wäre gerne wie [Schlitzohr und Halbelf] Binek, fühle mich manchmal wie der Söldnerelf Ascan und ähnle von außen betrachtet wohl am ehesten dem verschrobenen [greisen Zwerg] Gohlik.“

Auch äußerlich wird der Roman würdig präsentiert: Eine tolle durch Spotlack veredelte Illustration ziert den Umschlag des fast 500 Seiten starken Buches, und wird mit den nächsten beiden Teilen der Trilogie ein extra breites Panoramabild ergeben (von dem man auf der Rückseite bereits einen verkleinerten Eindruck bekommt). Außerdem erleichtert eine schöne Landkarte die Orientierung, die kein geringerer als Gringo-Veteran Geier gezeichnet hat. Eine rundum gelungene Packung, die Lust auf mehr macht. DER GROLL DER ZWERGE – DIE VÖLKERKRIEGE 1 ist ab sofort für 9,99 Euro im Buchhandel oder direkt bei Fischer Tor erhältlich!

P.S.: Ach, und Bernd, eins können wir dir versichern: Du siehst nicht aus, wie ein greiser Zwerg. Dafür braucht’s noch ein paar Jahre!

Sobottke im Comic Jahrbuch

comic_jahrbuch_2017-sobottkeDas druckfrische COMIC! JAHRBUCH 2017 widmet unserem Gringo-Recken Bela Sobottke ganze 10 Seiten mit einem umfangreichen Interview und jeder Menge Bildmaterial. Journalist Christian Endres hat das Interview geführt und spannt unter dem Titel REVOLVERHELDEN, MUTANTEN UND FERNFAHRER den Bogen von Belas Gringo-Veröffentlichungen über seine Auftragscomics, bis zu Arbeitsweise, Inspiration, und Einschätzungen zur deutschen Comic-Landschaft. Das ist ohne Zweifel die umfangreichste Darstellung von Belas Arbeit, die es bisher gab. Als wäre das nicht genug, zieren seine Zeichnungen auch das Inhaltsverzeichnis und das Backcover des Buches. Das vom Interessenverband Comic e.V. ICOM herausgegebene Jahrbuch ist immer sehr lesenswert, und dieses Jahr ist es für Bela-interessierte Comic-Freunde unverzichtbar.

Das COMIC! JAHRBUCH 2017 ist ab sofort für 15,25 Euro im Fachhandel erhältlich.

Romane vom Frenz

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Unser Gringo Kollege Bernd Frenz (KURZER PROZESS) schreibt nicht nur Comics, sondern hat sich auch im Literaturbetrieb etabliert. Er hat schon Maddrax und Perry Rhodan Geschichten verfasst sowie die Romantrilogie über die Blutorks. Jetzt steht seine neue Fantasy-Trilogie DIE VÖLKERKRIEGE in den Startlöchern, die demnächst bei Fischers Fantasy-Imprint Fischer Tor erscheinen wird. Eine epische Geschichte, in der sich die Völker der Zwerge, Elfen, Trolle, Orks und Menschen, wie der Titel schon vermuten lässt, gegenseitig bekriegen. Der erste Band, DER GROLL DER ZWERGE erscheint im Januar, der zweite Band soll dann im Sommer herauskommen. Die Titelbilder der ersten beiden Romane hat Fischer Tor bereits veröffentlicht und sie sehen sehr schick aus. Als besonderen Clou ergeben sie nebeneinander gelegt ein großes Bild (siehe oben), und man darf schon gespannt sein, welche Spezies sich auf dem dritten Cover dazugesellt… Werden es Trolle oder Orks sein? Oder Menschen?

Wer sich von Bernds Schreiberqualitäten überzeugen will, kann das auf der Website von Fischer Tor machen: Dort ist vor einigen Tagen (genauer gesagt passenderweise zu Halloween) eine Horrorstory aus seiner Feder online gegangen. Aber vorsicht, für anschließende Albträume übernimmt der Autor keine Verantwortung!

Bernd Frenz: Ich bin aus anderem Holz geschnitzt

Ultimative Filmrätsel

ultimative_filmraetsel_geier

Jürgen „Geier“ Speh kennt sich nicht nur mit Comics bestens aus – er ist auch ein großer Filmfan. Bei Gringo Comics kommt es immer wieder zu ausschweifenden Unterhaltungen über utopische Science Fiction Filme, Italo Horror Klassiker, oder amerikanische Exploitation-Heuler. Sein annähernd enzyklopedisches Filmwissen hat der Geier nun zu einem Buch gemacht: ULTIMATIVE FILMRÄTSEL ist gerade bei Panini erschienen. In diesem quadratischen Hardcoverbuch gibt es haufenweise kleine quadratische Illustrationen im Piktogramm-Stil, die jeweils einen bestimmten Genrefilm darstellen. Wer alle Filme errät kriegt einen Orden, denn das ist manchmal verdammt knifflig. Aber darum geht es auch nicht ausschließlich, denn genau so viel Spaß macht es, wenn man sich die Lösung anschaut und es einem wie Schuppen von den Augen fällt. Dazu sind die kleinen Bilder in ihrer Reduziertheit und grafischen Qualität sehr schön anzusehen – Geier beweist hier unter extremen Bedingungen sein gutes Gespür für Bildaufbau und Design. Ein prachtvolles Bilderbuch, das ab sofort für schlappe 9,99 im Buchhandel erhältlich ist.

Jürgen „Geier“ Speh: Ultimative Filmrätsel 
Panini / Hardcover / 64 Seiten / farbig / 9,99 Euro / ISBN: 978-3-8332-3273-2

Comic-Fachpressen-Index 2012-2014

Das gleich vorab: Wer nicht wissenschaftlich arbeitet, oder zumindest hin und wieder den richtigen Artikel über Comics finden muss, oder einfach ein begeisterungsfähiger Nerd ist, der wird die 300seitige Bleiwüste namens COMIC-FACHPRESSEN-INDEX 2012-2014 schnell wieder aus der Hand legen. Für die oben beschriebene Zielgruppe offenbart sich jedoch eine geballte Informationsfülle ohne gleichen. Im vorliegenden Band wurden Artikel aus insgesamt 19 Fachzeitschriften im Zeitraum 2012 bis 2014 erfasst (u.a. aus Alfonz, Comic-Report, Comicgate-Magazin, Comixene, ICOM intern, Sprechblase, ZACK), und nach Inhalt, Verfasser, Personen, Schlagworten und Comic-Titeln erfasst.

Um den ganzen Aufwand zu vermitteln, wollen wir hier mal ein Beispiel machen. Wenn man sich beispielsweise fragt: „Hey, damals erschien doch mal dieses Interview mit Gringo-Zeichner Bela Sobottke in ZACK. Wo finde ich das nochmal?“ Dann hat man folgende Möglichkeiten, das gesuchte im FACHPRESSEN-INDEX zu finden, je nachdem, woran man sich noch erinnert: 1.) In der Liste der Inhalte: „ZACK 161 = 11/2012 / Christian Endres: Interview mit Bela Sobottke (Krepier oder Stirb) S. 32-34“. 2.a) Im Verfasser-Register: unter Endres, Christian. 2.b), da Bela als Interviewpartner auch selber Verfasser ist, gibt’s eine zweite Möglichkeit im Verfasser-Register: unter Sobottke, Bela. 3.) Im Personen-Register: unter Sobottke, Bela. 4.) Im Sach-Register: unter Western. 5.) Im Comictitel-Register: unter Krepier oder stirb. Wer hier nicht findet, was er sucht, der sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Werner Berres und der ZEBRA-Crew gehören sämtliche Spezialpreise sämtlicher Jurys verliehen, für unglaublichen Fleiß, exorbitante Akkuratesse und unbeirrbaren Willen. Der neue, einzigartige COMIC-FACHPRESSEN-INDEX 2012-2014 ist ab sofort erhältlich, pünktlich zum Comic-Salon Erlangen!

Comic-Fachpressen-Index 2012-2014 (ZEBRA-Sonderband 19)
300 Seiten / sw / DIN A 4 / 20,- Euro

Comic! Jahrbuch 2015

Druckfrisch im Handel erhältlich: Das COMIC! JAHRBUCH 2015 des Interessenverbands Comic e.V. ICOM (bei dem auch gefühlte zwei Dutzend der Gringo-Zeichner Mitglieder sind). Den geneigten Leser erwartet wie jedes Jahr eine interessante Mischung aus Artikeln, Marktanalysen und Interviews mit den ICOM-Preisträgern. Außerdem hat diesmal ein Gringo das Vorwort beigesteuert: W.P. Berres (aka Rudolph Perez), ZEBRA Mitarbeiter und COMMANDER CORK Vertrauter, schreibt auf zwei Seiten über das, was ihn in den zurückliegenden Comic-Monaten beschäftigt hat. Dabei startet er bei Comicverfilmungen Hollywoods, um mit Umweg über die Comiciade Aachen schließlich bei der Frankfurter Buchmesse zu landen. Hier gibt er einen launigen und kritischen Rückblick, eine Bestandsaufnahme der Buchmesse im Jahr 1 nach Abschaffung des Comiczentrums: „Verstreut, ausgedünnt und abgespeckt“. Ein starker Auftakt, nach dem man sich gerne in den weiteren 260 Seiten des COMIC! JAHRBUCHs verbeißt.

Der Ozean am Ende der Straße

Es gibt Jobs, die sind selbst für einen alten Hasen und Vollprofi nicht ganz alltäglich. Gringo-Veteran Geier hat mal wieder ein Buch illustriert, so weit, so üblich. Diesmal jedoch ist der Autor einer, der auch dem gestandensten Illustrator Respekt einflößt: Neil Gaiman. Jedem Comicfreund ist der Brite nicht nur als Romanautor, sondern auch und vor allem als Autor von einflußreichen US-Comics wie Sandman bekannt. Geier ließ sich davon nicht einschüchtern und lieferte für Gaimans neuen, kürzlich bei Eichborn veröffentlichten Roman DER OZEAN AM ENDE DER STRASSE eine Handvoll ganzseitige und wie immer perfekte Illustrationen. Der Stil ist klassisch gehalten und verleugnet nicht die Comic-Affinität von Autor und Illustrator. Zudem werden ein paar flächige Graustufen eingesetzt, die Tiefe und eine zusätzliche grafische Qualität erzeugen. Das Buch handelt von einer Kindheit, in die das Übernatürliche und Fantastische einbricht. Geiers Illustrationen spielen sich nie in den Vordergrund, sondern halten sich angenehm zurück und unterstützen den Lesefluss: da treffen zwei Meister ihres Fachs aufeinander. Neil Gaiman gefallen dem Vernehmen nach Geiers Illustrationen im Buch gut und erinnern ihn an Buchillustrationen aus den 60ern. Zeitlos!

Comic-Fachpressen-Index

Wisst ihr eigentlich schon, dass Rudolph Perez nicht nur ein Meister des hintergründigen, absurden Humors ist (siehe COMMANDER CORK), sondern auch ein unermüdlicher Chronist der deutschen Comicszene? Neben Comics bringt er nämlich auch die Fachbuchreihe COMIC-FACHPRESSEN-INDEX heraus. Diese wertet die periodischen deutschsprachigen Comic-Fachpublikationen aus, mit Inhaltsübersicht sowie Verfasser-, Personen-, Sach- und Comictitel-Register. Nach den Jahrgängen 2006-2008 und 2009-2011, die nach wie vor lieferbar sind, machen Rudolph Perez und die ZEBRA-Crew nun eine kleine Zeitreise und liefern den Jahrgang 2000-2002 nach. Beleuchtet werden u.a. die ersten Ausgaben des Comic! Jahrbuchs und die letzten Hefte von Rraah!, das meiste von Hit Comics, viele Sprechblasen und zahlreiche Zack-Veröffentlichungen.

Comic-Fachpressen-Index 2000-2002 (ZEBRA-Sonderband 18)
104 Seiten / sw / DIN A 4 / 10,- Euro

Gringos im Comic! Jahrbuch 2014

Das COMIC! JAHRBUCH des Interessenverband Comic e.V. ICOM ist immer eine lesenswerte Sache. Nicht selten kommt es vor, dass ein Jahrbuch noch lesenswerter wird, weil sich der ein oder andere Gringo darin wieder findet. So gab es beispielsweise im Jahrbuch 2011 ein langes Interview mit Martin Frei und im Jahrbuch 2013 eines mit Holger Bommer. Dieses Jahr gibt es keinen dieser Riesen-Artikel, dafür sind die Gringo-Zeichner aber schön über das ganze Jahrbuch verteilt. Den Beginn macht ein Sammelinterview mit diversen Zeichnern zum Thema Fußball im Comic. Mit dabei: Haggi und Martin Frei. Wer Haggi kennt, der weiß, dass er zwar den ein oder anderen Fußball-HARTMUT gezeichnet hat, mit Fußball aber ansonsten weniger als nichts am Hut hat. Und so sorgt er im Interview mit einigen lakonischen Kommentaren für die lustigsten Stellen. Martin Frei ist auch nicht der allergrößte Fußball-Fan, ist aber durch seine Arbeit an FRITZLE, dem VFB Maskottchen natürlich prädestiniert für den Artikel.

Weiter geht es mit einem schönen Text zum allseits beliebten Comic-Magazin ZEBRA. Andreas Alt, fast ebenso fanzinegestählt wie ZEBRA-Macher und Gringo-Zeichner Rudolph Perez, beleuchtet 30 Jahre ZEBRA-Geschichte und klärt u.a. das Pseudonym-Wirrwar bei ZEBRA auf. Alles, was man zum Thema wissen muss auf einer kompakten Doppelseite! Schließlich gibt es noch im Rahmen eines Interviews mit U-COMIX Herausgeber Steff Murschetz ein kleines Sneak Peek auf TÖDLICHE RAVIOLI von Bela Sobottke. Dieser Vierseiter, in dem zwei alte Gringo-Bekannte zurückkehren, wird Ende November in Ausgabe 185 Belas U-COMIX Serie fortsetzen. Viel Spaß beim Jahrbuch lesen!

Gringo im Comic Report

Im neuen Comic Report 2013, dem Jahresrückblick der Edition Alfons (Reddition, Alfonz) findet sich (neben dem kurzen Verlags-Fragebogen am Ende des Buches) ein großer Artikel zu Gringo Comics. Anlass ist das 20jährige Jubiläum des Verlages, und Autor Bernd Frenz hat unter dem Titel „Der Desperado, der ein Amigo war“ eine umfassende und pointierte Verlagsgeschichte niedergeschrieben. Von den bierseeligen Zeichnerpartys vor 20 Jahren, über die legendären Heftserien der 90er bis zum aktuellen Programm ist alles enthalten im vierseitigen Artikel. Ein besonderes Augenmerk liegt natürlich auf Obergringo Holger Bommer, „die personelle Konstante“, aber auch viele andere „stoppelbärtige Amigos“ werden genannt. Unbedingt lesen!