Knochen-Jochen Neuauflage

Räuspern hört man in der Runde,
man hat keine Spur zur Stunde
und weiß nicht, wie man‘s vermeide,
das Morden in der Hasenheide.
Dort wütet er seit sieben Wochen,
der Mann bekannt als Knochen-Jochen.
Er ist grob gemeingefährlich,
doch auf seine Art auch ehrlich.
Hat er einen kalt gestellt,
niemals das Bekenntnis fehlt:
Knochen-Jochen hat‘s verbrochen!

 

Jahrelang war er vergriffen, jetzt ist er wieder erhältlich: KNOCHEN-JOCHEN, der Comic, mit dem Bela Sobottke vor neun Jahren seinen Einstand bei Gringo Comics feierte. Über die Geschichte des Comics braucht nicht mehr viel gesagt zu werden. Der von Helge Großklaus gedichtete und von Bela Sobottke gezeichnete Comic über einen Serienmörder, der sich durch den Berliner Volkspark Hasenheide schnetzelt, und von einem großmäuligen Kommissar gejagt wird, hat sich über die Jahre zu einem kleinen Kult-Comic gemausert. Nach vier verkauften Auflagen entschieden wir uns vor einigen Jahren, den Comic nicht ein fünftes Mal aufzulegen, und seither konnte man KNOCHEN-JOCHEN nur noch mit Glück gebraucht ergattern. Nun, einige Jahre und viele Nachfragen später, haben wir uns entschieden, den Band wieder herauszubringen. Aus diesem Anlass haben wir unserem KNOCHEN-JOCHEN eine neue ISBN-Nummer und ein neues, exklusiv von Bela für diese Ausgabe gezeichnetes Cover spendiert. KNOCHEN-JOCHEN ist zurück, garstiger als jeh zuvor!

Ab sofort im Comicladen erhältlich oder z.B. in folgenden Online-Shops: Comic Base Berlin, Buchkatalog.

Bela Sobottke, Helge Großklaus: Knochen-Jochen 
Gringo Comics / A5 / SC / 52 Seiten / farbig / 8,90 Euro / ISBN 978-3-946649-04-5

Brett Comix 12

Letztes mal haben wir uns gefreut, dass „nur“ 3 Monate zwischen dem Erscheinen von zwei Ausgaben des Magazins Comix lagen. Diesmal waren es dafür ein Jahr und vier Monate. Nun ja, für eine Fortsetzungsgeschichte wie unseren BRETT ist das, sagen wir mal, suboptimal. Trotzdem, die diesmalige BRETT-Seite ist auch für sich genommen ein Spaß. Geschrieben haben das neue Kapitel wie gewohnt die Zebra-Haudegen Rudolph Perez und Bill GoGer, gezeichnet hat diesmal unser Gringo-Neuzugang Thomas Baehr (POL). Wie sich Bretts Begleiter Bingo aus einer galaktischen Mausefalle rauswindet, ist den Kauf des Heftes alleine wert.

Nebenbei erwähnen möchten wir noch ein neu enthaltenes (vom Titel bis zum Seitenlayout abgekupfertes) Plagiat des vom Comic-Salon Erlangen bekannten kultigen Klatschblattes Der Röhrende Hirsch namens Der Rasende Keiler. Und einen erhellenden Artikel über die Comic-Vorlagen zum neuen Wonder Woman-Film, den niemand geringeres als Grober Unfug-Mitarbeiter Mike Hasse verfasst hat. Mike beweist hier wieder mal sein generell enzyklopädisches Superhelden-Wissen (mit dem er regelmäßig die Besucher des Berliner Comicladens Grober Unfug beeindruckt), im konkreten Fall über George Pérez‘ Wonder Woman-Comics der späten 80er Jahre.

Comix Nr. 53 mit BRETT EPISODE 12: UM HAARES BREITE ist ab sofort für 2,- Euro erhältlich.

Doktor Wer: Cyborgs, Crime und Lebertran

Es ist soweit: DOKTOR WER, Geiers großartiger Facebook-Comic, hat das Licht der Print-Welt erblickt. Und Geier hat geklotzt, nicht gekleckert. Er fackelt ein furioses Feuerwerk der Fantasie ab: Da gibt es einen Weltraumwal mit garstigen Leukozyten, dem übellaunige Grawichtel mit Zwergpudeln den Lebertran abzapfen wollen. Es gibt einen von Cyberclowns („Kennen Sie jemanden, irgendweinen, der Clowns lustig findet?“) unterwanderten Bingoabend in Castrop-Rauxel mit anschließender Schüler-Balettaufführung von Schwanensee auf Endor. Zu allem Überfluss mischt dann noch das Riesencyberomamonster mit. Joe’s Sternenlicht Taverne, der beste Frittentempel in diesem Raum-Zeit-Kontinuum, erleidet eine Razzia von nilpferdköpfigen galaktischen Polizisten in Kampfmontur, die einen hinterhältigen, telepathischen Wurm aus der Cestoda-Großfamilie jagen. Und mittendrin der Zeitherr Doktor Wer und seine Begleiterin, die nörgelnde alte Schachtel. Aber keine Angst, mit Hilfe der Zurria, eines Zeitraumschiffes in Form eines Scheisshauses, und eines Schallschraubenziehers haben die beiden noch jede Herausforderung gemeister. „Alles Mo-Jo, Leute! Mo-Jo! Mo-Jo! Mo-Jo!“

DOKTOR WER ist gespickt mit Anspielungen auf bekannte SF-Spektakel, in erster Linie natürlich Doctor Who, aber auch Star Wars, Star Trek, Futurama, Alf und viele weitere werden lustvoll zitiert und durch den Kakau gezogen. Geier zeichnete ohne zuvor festgelegte Geschichte Schritt für Schritt jede Seite für die ursprüngliche Veröffentlichung im Netz und ließ sich von der Entwicklung mitreißen. Das ist eine geradezu Mœbiussche Arbeitsweise. Dass das ganze auch gesammelt so wunderbar funktioniert, ist bemerkenswert.

Und dann gibt es da noch die Galerie. Sarah Burrini, KayDee, Gerhard Schlegel, Karsten Schreurs, Michael Vogt und unser Gringo-Recke Bela Sobottke geben sich die Klinke in die Hand – und lassen sich nicht lumpen. Eine Illustration ist feiner, als die andere, und dieser bombastische Abschluss ist das i-Tüpfelchen in einem rundum gelungenen Gesamtpaket.

Wer es zum Erstverkauf bei der Comic Con in Stuttgart nicht geschafft hat, braucht nicht zu verzagen. DOKTOR WER ist zwar so exklusiv, dass er nicht im regulären Handel erhältlich ist, aber Geier bietet den Band ohne Umwege direkt über einen praktischen PayPal-Link an. Das nenne ich mal konsequentes Independent-Publishing. Zuschlagen, Leute!

Geier: Doktor Wer – Cyborgs, Crime und Lebertran 
24×17 cm / 115 Seiten / farbig / 12,90 Euro + 10 Cent Porto

Kommissar Fröhlich 10: Heilige Stimmen

In Stade ist es deprimierend. Jedenfalls wenn man nach KOMMISSAR FRÖHLICH geht. Es geschehen grausame Morde am laufenden Band, und jeder Bewohner hat mindestens einen psychischen Igel zu kämmen. Zum Glück gibt es ja den titelgebenden Kommissar, der zwar auch alles andere als fröhlich ist, aber seine destruktive Energie zumindest dafür einsetzt, jene grausamen Morde aufzuklären und weitere Gräueltaten zu verhindern. Diesmal ist der Fall ganz besonders schauerlich: Zwei Kinder wurden bestialisch umgebracht. Tatsächlich basiert der Fall auf einem wahren Verbrechen, das vor einigen Jahren Stade erschütterte: Eine Frau hatte Stimmen gehört und ihre Kinder ermordet. KOMMISSAR FRÖHLICH geht damit einen weiteren Schritt in Richtung konsequentem Lokalkrimi, wenn die Reihe nun kollektive Traumata der Region aufgreift und verarbeitet. Ganz nah am realen Fall bleibt der fiktive dann aber nicht. Ob hier auch die Mutter die Mörderin ist, oder das sogar für KOMMISSAR FRÖHLICH zu deprimierend wäre, soll hier nicht verraten werden.

In einer Nebenhandlung, die jedoch das emotionale Herzstück der Geschichte ist, lernt Fröhlich seine erwachsene, uneheliche Tochter Magda kennen. Anders als in der Beziehung vom Kommissar zu seinem Sohn Max, die geprägt ist von gegenseitigem Misstrauen und bösem Blut, entsteht zwischen Vater und Tochter langsam so etwas wie vorsichtige Zuneigung. Magda funktioniert damit als emotionales Gegengewicht zu der ganzen Düsternis, die sonst im Fröhlichs Stade vorherrscht. Sie komplettiert das Figurenensemble. Der Schuss persönliches Drama tut der Serie gut und sorgt dafür, dass der Charakter des zynischen Kommissars weitere Facetten bekommt. Nicht, dass man vorher etwas vermisst hätte – aber auf Magda will man nach den ersten Panels nicht mehr verzichten.

KOMMISSAR FRÖHLICH 10: HEILIGE STIMMEN ist ab sofort im Comicladen erhältlich oder z.B. in folgenden Online-Shops: Comic Base Berlin, Sammlerecke, Buchkatalog.

Stephan Hagenow: Kommissar Fröhlich 10 – Heilige Stimmen 
Gringo Comics / 24×17 / SC / 106 Seiten / farbig / 12,90 Euro / ISBN 978-3-946649-02-1

Pol 1: Echt cool!

Thomas Baehr ist den Bewohnern des Südpols verfallen. Ganz besonders haben es ihm die knuffigen Pinguine angetan, die nicht nur unter der Erderwärmung leiden, sondern auch von zutiefst menschlichen Problemen geplagt sind. Der deutsche Zeichner, der seit vielen Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn lebt, zeichnet mit spitzer Feder den Alltag der Laufvögel: mal lustig, mal nachdenklich, voller Details und oft überrraschend. Dank Gringo Comics kommen nun auch deutsche Leser in den Genuss seines Pinguin-Strips.

POL1: ECHT COOL ist ab sofort im Comicladen erhältlich oder z.B. in folgenden Online-Shops: Comic Base Berlin, Sammlerecke, Buchkatalog.

Thomas Baehr: Pol 1 – Echt cool!
Gringo Comics / A5 quer / SC / 60 Seiten / farbig / 9,80 Euro / ISBN 978-3-946649-01-4

Kommissar Fröhlich 9: Wenn Kowalski kommt

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KOMMISSAR FRÖHLICH ist zurück! Nachdem er sein Büro in den letzten Jahren zu den Kollegen von Epsilon verlegt hatte, ist er nun wieder in seinem alten Revier bei Gringo Comics gelandet. Und für sein Comeback haben wir ihm einiges gegönnt: Größeres Format! Mehr Seiten! Farbe!

Dazu passend hat Autor und Zeichner Stephan Hagenow auch Fröhlichs Assistenten Tumba generalüberholt: Neue Haarfarbe, Glasauge statt Augenklappe. Nur Ernst Fröhlich selbst bleibt der alte – bis auf ein Gipsbein, das im Verlauf der Handlung Fluch und Segen zugleich sein wird. Fröhlich grummelt und pöbelt sich gewohnt zynisch durch den neuen Fall, der einer seiner persönlichsten werden soll: Der skrupellose Schwerverbrecher Kowalski ist aus dem Knast ausgebrochen und will sich an der Person rächen, die ihn da rein gebracht hat: an unserem korpulenten Kommissar. Und da auch Fröhlichs Familie in Gefahr ist, wird nicht nur Kommissar Fröhlich selbst, sondern auch sein Sohn Max in ein sicheres Geheimversteck verfrachtet. Vater und Sohn haben ausgiebig Gelegenheit, sich gegenseitig anzugiften, bis sich herausstellt, dass das Versteck bei weitem nicht so sicher und geheim ist, wie vermutet. Schließlich ist Tumba die letzte Hoffnung – doch ausgerechnet den sonst so kaltblütigen Ex-Söldner überkommt im entscheidenden Moment der Flattermann…

Stephan hat für Fröhlichs Comeback auch seinen Zeichenstil leicht variiert. Kratzige Schraffuren weichen klaren, dicken Linien und Flächen. Haudegen Hagenow ist endgültig beim Krimi angelangt, die kranken, deftigen Elemente eines MAC TRAP fehlen hier komplett. Demenstsprechend wird viel über die Dialoge erzählt. Das stellt schon eine Nähe zum Fernseh-Tatort her, für den Stephan auch schon mal als Storyboarder gearbeitet hat (wie in seiner Biografie im hinteren Teil des Buches verraten wird). Da schließt sich ein Kreis…

Der neue KOMMISSAR FRÖHLICH ist ab sofort im Comicladen erhältlich oder z.B. in folgenden Online-Shops: Comic Base Berlin, Sammlerecke, Buchkatalog.

Stephan Hagenow: Kommissar Fröhlich 9 – Wenn Kowalski kommt 
Gringo Comics / 24×17 / SC / 106 Seiten / farbig / 12,90 Euro / ISBN 978-3-946649-00-7

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Sigurd von Frei VII

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Kurz vor dem Jahreswechsel hat Gerhard Förster noch die neue Ausgabe seiner Sprechblase in die Läden gebracht. In Heft 236 ist die abschließende siebente Episode von Gerhard Försters und Martin Freis SIGURD-Comic enthalten. Wer sich bereits das Album DER FLUCH VON ROTHENSTEIN gekauft hat (in dem die Geschichte natürlich komplett enthalten ist), den wird der Abdruck der letzten Episode nun nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken, da ja schon bekannt. Für alle anderen offenbart sich hier das große Finale der stimmungsvollen SIGURD-Neuinterpretation. Versehen mit einigen Rückblicken werden hier alle Fäden zusammengeführt und sämtliche Rätsel gelöst. Auf ganzen 18 Seiten hat Martin dabei genug Gelegenheit, sein zeichnerischen Können erneut unter Beweis zu stellen. Zudem gibt es unter dem Titel „Sigurds Locke birgt so manches Geheimnis“ein aufschlussreiches Interview, das Texter Gerhard Förster mit seinem Zeichner Martin Frei führt, und das eine schöne Ergänzung zum Making Of in der Hardcover-Ausgabe von DER FLUCH VON ROTHENSTEIN darstellt. Abgerundet wird das ganze mit einer Beichte von Gerhard zur Entstehung des Comics, pointiert gezeichnet von Heinz Wolf. Ein humorvoller Meta-Comic: Insbesondere die Szene, in der ein geifernder Gerhard auf den Schultern seines Stift schwingenden Zeichnersklaven Martin Befehle bellt, ist einfach zum brüllen.

Die Sprechblase Nr. 236 ist seit Ende Dezember für 9,90 Euro erhältlich.

Als ich nicht gefunden hab, was ich suchte, habe ich diesen Band gekauft!

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Zuallererst: Ihr solltet euch durch die äußere Form des hier besprochenen Comics nicht täuschen lassen. Der 88seitige Band im Format A5 ist schwarz-weiß im Innenteil wie auf dem Cover und mit schnöder Rückstichheftung zusammengetackert. ALS ICH NICHT GEFUNDEN HAB, WAS ICH SUCHTE, HABE ICH DIESEN BAND GEKAUFT (Das Comic-Buch mit dem knackigen Titel) sagt bereits durch den Umschlag einiges über seinen Autor: Rudolph Perez ist, obschon er die deutschsprachige Comic-Szene seit Jahrzenten mit feinem Humor und ebensolchen Zeichnungen, mit dem einzigartigen ZEBRA, dem glorreichen COMMANDER CORK und dem umfangreichen Comic-Fachpresse-Index bereichert, immer bescheiden und absolut uneitel. Auch, wenn man dem Umschlag Farbe und einen Buchrücken von Herzen gegönnt hätte: Inhaltlich tut das dem ganzen keinen Abbruch – wir haben es hier schlicht und ergreifend mit dem ultimativen Comic über Comiczeichner zu tun!

Rudolph kann natürlich aus dem Vollen schöpfen, wenn es darum geht, den Alltag des Comiczeichners zu erzählen. In seinem autobiographischen Comic geht es um prekäre Produktionsbedingungen, um Comicförderung, Messen und Mappensichtung, um Recherche, Storytelling und Perspektive und immer wieder um Motivation. Der Tonfall des Comics ist zu gleichen Teilen entlarvend und liebevoll – und immer saukomisch. Eine heilsame Therapiesitzung für Comiczeichner, und ein aufschlussreicher Insider-Bericht für Comic-Fans.

ALS ICH NICHT GEFUNDEN HAB, WAS ICH SUCHTE, HABE ICH DIESEN BAND GEKAUFT wird als ZEBRA-Sonderband 20 veröffentlicht. Die ZEBRA-Produkte kauft man am besten direkt bei der ZEBRA-Crew auf Comic-Messen. Wer darauf nicht warten will, kann den Comic auch sofort bei ausgesuchten Online-Shops erstehen, z.B. beim Independent Comic Shop oder beim Freibeutershop. Eine Kaufempfehlung sei hiermit nachdrücklich ausgesprochen. Perfekt investierte 8,- Euro!

Rudolph Perez: Als ich nicht gefunden hab, was ich suchte, habe ich diesen Band gekauft (ZEBRA-Sonderband 20)
88 Seiten / sw / DIN A5 / 8,- Euro

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Satoon versucht’s erneut

kommissar_froehlich_satoon_3_hagenowVor einem Jahr erschien der etwas kryptische Zwitter aus Humor-Magazin und Fernsehprogramm Satoon am Bahnhofskiosk. Wir berichteten darüber, weil unser Gringo-Tausendsassa Stephan Hagenow mit extra bunten KOMMISSAR FRÖHLICH-Comics im Heft vertreten war. Nach nur drei Ausgaben war Schluss – das ganze hatte sich nicht gerechnet. Nun startet Satoon einen zweiten Versuch. Diesmal konzentriert man sich ausschließlich auf die Cartoons, lässt folglich das Fernsehprogramm weg, und bringt das ganze im Alben-Format. Ausgabe 1 ist bereits erhältlich (mit einer Zusammenfassung der bisherigen in Satoon veröffentlichten FRÖHLICH Geschichte), und ab Album 2 wird’s für Hagenow-Leser erneut interessant: Dann wird auch KOMMISSAR FRÖHLICH wieder dabei sein. Wir sind gespannt…

Sigurd: Der Fluch von Rothenstein

sigurd_rothenstein_cover_freiDer zuerst in der Sprechblase in Fortsetzungen erschienene SIGURD Comic DER FLUCH VON ROTHENSTEIN hat nun vom Sprechblase-Verlag Abenteuer Pur eine schicke Album-Ausgabe spendiert bekommen. Ein die Bewohner eines Dorfes heimsuchender Geköpfter, geflügelte Höllenhunde, eine unberechenbare Gräfin, ein fieser Vogt, geknechtete Bergwerksarbeiter, Schwertkämpfe, und mittendrin die Freunde Sigurd, Bodo und Cassim. Die aus den Sprechblase-Heften bekannte Geschichte wird hier angereichert um einen zusätzlichen Comic-Teil und ein ausführliches und hochinteressantes Making-Of. Sehenswerte Extras, die diese vorbildliche Hardcover-Edition abrunden.

Die auf den Figuren von Hansrudi Wäscher basierende Geschichte wird fintenreich von Sprechblase-Herausgeber Gerhard Förster erzählt, und perfekt von Gringo-Veteran Martin Frei (KOMMISSAR EISELE) illustriert. Martin ist erst spät zum Projekt gestoßen, nachdem andere Zeichner verhindert waren oder vom kritischen Förster abgelehnt wurden. Ein Glücksfall, denn Martins Zeichnungen sind nicht nur atmosphärisch dicht und stimmungsvoll, sondern er hat auch mit größter Ruhe alle Vorgaben und Änderungswünsche von Gerhard Förster über sich ergehen lassen. „Ich fragte ihn mal, ob er Masochist wäre. Auch auf diese Provokation gab’s nur buddhistischen Gleichmut.“, schreibt Gerhard im Nachwort. Ja, so kennen wir ihn, den Martin, tiefenentspannt und zudem hochprofessionell.

Es erscheinen ja nach wie vor einige Fortsetzungen von Wäscher-Comics, z.B. zeichnet unser Gringo-Haudegen Geier seit Jahren neue Abenteuer von Wäschers Weltraumhelden Nick. HRW-Comics zu zeichnen ist ähnlich knifflig wie Star Wars Geschichten zu illustrieren: Sowie am Millennium Falcon eine Schramme fehlt, respektive Sigurds Tolle nicht richtig sitzt, hagelt es Fan-Beschwerden. Und auch wenn Gerhard Förster sehr darauf geachtet hat, den Geist des Klassikers zu bewahren (und sogar seine Geschichte von Wäscher persönlich hat absegnen lassen, bevor dieser Anfang des Jahres verstarb) so hält sich das Album doch nicht sklavisch an die Vorlage. Vielmehr wurde SIGURD entstaubt, überarbeitet, und modernisiert, um auch neue Generationen für den Stoff zu begeistern. SIGURD ist ohne Zweifel – und da wird jeder zustimmen, egal ob er HRW-Fan ist, oder nicht – eine der bekanntesten deutschen Comicfiguren. Insofern erfüllt der vorliegende Band für SIGURD eine ähnliche Funktion wie Bonhommes Der Mann, der Lucky Luke erschoss für LUCKY LUKE oder Bravos Portrait eines Helden als junger Tor für SPIROU: Er reiht sich ein in die Liga der Hommage-Bände, die frei von den Zwängen des offiziellen Kanons ihren Helden neues Leben einhauchen und bei Kritikern wie Lesern für Begeisterung sorgen.

Es wäre dem Projekt zu wünschen, dass es weitergeht. Das hängt jedoch, wie Gerhard im Making-Of schreibt, „nicht nur davon ab, ob ich die Genehmigung für ein weiteres Abenteuer bekomme (bei meinem Hang dazu, die Grenzen auszureizen, ist das nicht so sicher), sondern auch vom Erfolg dieses Albums.“ Worauf wartet ihr also? Lauft zum Comic-Laden und kauft euch den neuen, verbesserten SIGURD!

Gerhard Förster, Martin Frei: Sigurd – Der Fluch von Rothenstein
Abenteuer Pur / Hardcover / 96 Seiten / farbig / 22,90 Euro / ISBN: 978-3-95035-880-3

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Alle aktuellen Gringos bei PPM

erlangen-gringosStück für Stück sind in den letzten zwei Monaten alle unsere Neuheiten, die wir bereits beim Comic-Salon Erlangen im Gepäck hatten, auch bei PPM in den Vertrieb gegangen. Damit sind nun alle superben sechs Gringos der Saison im Comicladen deines Vertrauens verfügbar. Michael Hüster von PPM hat sogar eine eigene Seite erstellt, in der alle Informationen über die aktuellen Gringo-Neuheiten zu finden sind. Bei PPM könnt ihr zwar nicht direkt bestellen, da es sich hier um den Fachhandels-Vertrieb handelt, aber ihr könnt noch einmal alles kompakt nachlesen und euren Comic-Händler um die Ecke hierhin verweisen, damit er auch alles bestellt! Am besten mehrfach!

Alle Gringo-Neuheiten bei PPM