Kennt noch jemand… Rammbock?

Es war einmal im Jahr 1987. Ein Junge von 12 Jahren ging zum Kiosk und entdeckte dort die erste Ausgabe eines prall gefüllten Comic-Magazins mit dem knackigen Titel RAMMBOCK. Das ganze Heft war gestaltet von jungen einheimischen Zeichnern. Die Betonung liegt auf einheimisch. Und jung. Sowas hatte der Junge noch nie gesehen, kramte Sechs Mark Achtzig hervor und kaufte sich das Magazin. Natürlich gab es damals schon andere Fanzines, und einige von denen sind rückblickend als wichtiger einzustufen, manche gibt es sogar heute noch (siehe ZEBRA). Aber die RAMMBOCK-Crew hatte den wahnwitzigen, tollkühnen Plan ihr Magazin an den Kiosk zu bringen, und daher konnte das Heft auch von kleinen Jungs, die noch keine Anbindung an die Comic-Szene hatten, entdeckt werden. Im Heft gab es wunderbare Comics mit wohlklingenden Titeln wie Tales from the Toilet, Rhombo: Auf der Suche nach Oma, The Atack of the Zorch Man oder Die Lösung von Kringeln. Letzterer wurde beigesteuert von einem blutjungen und zeichnerisch herausragenden Haggi, heutzutage bekannt und beliebt für seine Gringo-Comics um HARTMUT oder DIE ABENTEUER VOM LIEBEN GOTT. Die Abbildung oben zeigt diesen jungen Haggi und ist einem redaktionellen Text aus dem zweiten RAMMBOCK entnommen, der versehen war mit Mitarbeiterfotos, die aussahen wie RAF-Fahndungsfotos. RAMMBOCK war sehr ambitioniert. Zu ambitioniert. dass ein Comic dieser Art in Kiosk-Auflage nicht klappen kann, brauche ich euch nicht zu erzählen. Die Androhung einer Klage von Uderzos Anwälten wegen Haggis Asterix-Parodie Die Lösung von Kringelixen gab RAMMBOCK den Rest. Nach drei Heften war Schluss.

Der kleine Junge war übrigens euer Blog-Gringo, und es sollte noch runde 20 Jahre dauern, bis er RAMMBOCK-Mitarbeiter Haggi in echt begegnete.

Gringos im Comic! Jahrbuch 2014

Das COMIC! JAHRBUCH des Interessenverband Comic e.V. ICOM ist immer eine lesenswerte Sache. Nicht selten kommt es vor, dass ein Jahrbuch noch lesenswerter wird, weil sich der ein oder andere Gringo darin wieder findet. So gab es beispielsweise im Jahrbuch 2011 ein langes Interview mit Martin Frei und im Jahrbuch 2013 eines mit Holger Bommer. Dieses Jahr gibt es keinen dieser Riesen-Artikel, dafür sind die Gringo-Zeichner aber schön über das ganze Jahrbuch verteilt. Den Beginn macht ein Sammelinterview mit diversen Zeichnern zum Thema Fußball im Comic. Mit dabei: Haggi und Martin Frei. Wer Haggi kennt, der weiß, dass er zwar den ein oder anderen Fußball-HARTMUT gezeichnet hat, mit Fußball aber ansonsten weniger als nichts am Hut hat. Und so sorgt er im Interview mit einigen lakonischen Kommentaren für die lustigsten Stellen. Martin Frei ist auch nicht der allergrößte Fußball-Fan, ist aber durch seine Arbeit an FRITZLE, dem VFB Maskottchen natürlich prädestiniert für den Artikel.

Weiter geht es mit einem schönen Text zum allseits beliebten Comic-Magazin ZEBRA. Andreas Alt, fast ebenso fanzinegestählt wie ZEBRA-Macher und Gringo-Zeichner Rudolph Perez, beleuchtet 30 Jahre ZEBRA-Geschichte und klärt u.a. das Pseudonym-Wirrwar bei ZEBRA auf. Alles, was man zum Thema wissen muss auf einer kompakten Doppelseite! Schließlich gibt es noch im Rahmen eines Interviews mit U-COMIX Herausgeber Steff Murschetz ein kleines Sneak Peek auf TÖDLICHE RAVIOLI von Bela Sobottke. Dieser Vierseiter, in dem zwei alte Gringo-Bekannte zurückkehren, wird Ende November in Ausgabe 185 Belas U-COMIX Serie fortsetzen. Viel Spaß beim Jahrbuch lesen!

Kommissar Fröhlich – Schwarze Maske

In Stade treibt ein grausamer Vergewaltiger sein Unwesen. Kommissar Fröhlich und Tumba beginnen, alle polizeibekannten Triebtäter der Gegend unter die Lupe zu nehmen – und das sind einige. In Stade scheinen sich Soziopathen wohl zu fühlen… Die Ermittler ziehen ihre Kreise und nähern sich dabei Stück für Stück dem Täter. Inzwischen geht dieser weiter seinem grauenhaften Trieb nach und der öffentliche Druck auf Fröhlich wächst…

Kommissar Fröhlich ist zurück! Und zwar dort, wo seine Wurzeln liegen: Bei Gringo Comics! Alles beim Alten, sollte man meinen. Doch etwas ist anders: Nicht nur geht es diesmal inhaltlich um einen besonders aufrüttelnden Fall, der selbst Fröhlich etwas zurückhaltender agieren lässt. Auch die äußere Form bietet neues: Erstmals ist der Band komplett in Farbe. Gringo Verleger Holger Bommer höchstselbst hat sich ins Zeug gelegt und die 52 von Stephan Hagenow gezeichneten Seiten nicht nur gelettert, sondern auch koloriert. Der Preis liegt dabei nur einen leserfreundlichen Euro über dem bisherigen.

KOMMISSAR FRÖHLICH 8: SCHWARZE MASKE ist ab sofort im Comicladen erhältlich oder z.B. in folgenden Online-Shops: Comic Base Berlin, Sammlerecke, Buchkatalog.

Stephan Hagenow: Kommissar Fröhlich – Schwarze Maske 
Gringo Comics / A5 / SC / 56 Seiten / s/w / 8,90 Euro / ISBN 978-3-940047-43-4