Evolution der Revolution

U-COMIX kommt zurück! 2013 wird das legendäre Comicmagazin für Erwachsene in seiner dritten Inkarnation wiederauferstehen! Ausgabe 182 wird für lau beim Gratis Comic Tag am 11. Mai erscheinen, zum reinschnuppern. Ausgabe 183 wird dann ab Juni im Comicladen erhältlich sein!

Kleine Geschichtsstunde: Die erste Ausgabe von U-COMIX erschien 1970 im wegweisenden Volksverlag, nur 3 Jahre, nachdem Underground-Comix in den USA als Antwort auf den Comics Code erstmals verlegt wurden. Bis 1979 erschien das Heft, damals noch Untergrund im Wortsinne, zwei mal im Jahr. Mit dem Erscheinen des Schwestermagazins SCHWERMETALL entschied sich der ebenso visionäre wie chaotische Verleger Raymond Martin („Ich glaube an keine Moral, keine Religion, keine Philosophie. Mein Gott heißt Orgasmus…“), U-COMIX in größerer Auflage regulär an den Kiosk zu bringen. Die neue Ausgabe 1 erschien im September 1980, ebenfalls im Volksverlag. Nachdem der Volksverlag 1984 überschuldet pleite ging, übernahm der neu gegründete Alpha Verlag (hervorgegangen aus der Druckerei, die die Hefte hergestellt hatte) die Publikation von U-COMIX mit fortlaufender Nummerierung. Neuer Chefredakteur und Verlagsleiter wurde einige Ausgaben später Achim Schnurrer. Dieser machte U-COMIX, SCHWERMETALL und den Alpha Comic Verlag / Edition Kunst der Comics zu einer festen Größe in der deutschen Comiclandschaft. „Bis zu jenem Tag, als eine Hundertschaft Polizei unser Verlagshaus in Sonneberg stürmte.“ Der langanhaltende Rechtsstreit mit einem kreuzzüglerischen Staatsanwalt und anderen Kleintierzüchtern führte 1997 zur Einstellung von U-COMIX. „U-COMIX war besonders häufig auch deutschsprachigen Zeichnern ein gutes Forum und hat sich immer wieder getraut, Serien abseits vom Mainstream zu veröffentlichen und gelegentlich auch zum Durchbruch zu verhelfen.“ (aus dem Editorial von Achim Schnurrer in der letzten Ausgabe 180/181). Genau an diese Tradition will nun Steff Murschetz von Undergroundcomix.de anknüpfen. Er tritt in die Fußstapfen von Raymond Martin und Achim Schnurrer als neuer Herausgeber von U-COMIX. Steff Murschetz ist ein alter Haudegen der Comicszene, er war bereits beim berüchtigten MENSCHENBLUT dabei. Und das macht Sinn, nicht umsonst bezeichnete Achim Schnurrer MENSCHENBLUT einst als „die Exilausgabe von SCHWERMETALL“ (in SCHWERMETALL Nr. 211/212). Damals gab es ein paar deftig-geniale Mursch-Cover vom MENSCHENBLUT, mannomann, die zeigte man besser nicht seiner Oma.

Das neue U-COMIX wird neben Legenden des Underground wie Gilbert Shelton vor allem deutsche Zeichner präsentieren und somit die Lücke füllen, die die Einstellung von U-COMIX damals gerissen hat. Und wie nicht anders zu erwarten, wird U-COMIX schwer gringoverseucht sein: Stephan Hagenow, Bernd Frenz, Zano und Bela Sobottke sind mit dabei! Pflichtlektüre! Kaufbefehl!

[Oben im Schaubild zur U-Comix Evolution sind zu sehen: Die Ausgabe 15 der ersten Serie, von Weihnachten 1978, mit einem Cover von Rand Holmes (Zeichnung) und Raymond Martin (Idee & Farbe); die erste Ausgabe mit 8 farbigen Seiten – einer Story von Richard Corben. Die Ausgabe 1 der zweiten Serie vom September 1980 mit einem Cover von Gilbert Shelton. Die Ausgabe 180/181 von 1997 mit einem Cover von Ralf König; das letzte Heft aus dem Alpha Verlag. Und die Gratis-Ausgabe 182 vom Mai 2013, das erste Heft der neuen Zeitrechnung.]

Sorry Leute, für den endlosen Blogeintrag. Aber ihr wisst ja: Knowledge is the key!

Große Geschichten vom kleinen Volk

Gringo-Veteran Geier (Zeichner des besinnlichen Gringo-Klassikers KRIEGSFUNNYS und TUMBA Inker) hat Illustrationen für die Fantasy-Anthologie GROSSE GESCHICHTEN VOM KLEINEN VOLK beigesteuert. Einer der 15 Autoren ist zudem Bernd Frenz (KURZER PROZESS #5), womit das Buch offiziell als schwer gringoverseucht eingestuft werden kann. Wie unschwer zu kombinieren geht es in dem seit einigen Tagen im Buchhandel erhältlichen Band um Halblinge. Im Vorwort des Buches schreibt Herausgeber Ruggero Leò: „Und dazu noch die großartigen Illustrationen eines Genies, das sich selbst „Geier“ nennt.“ Und auch wenn dem Geier der Genie-Titel etwas unangehm ist, hat Leò natürlich Recht damit.