Lange Zeit waren viele in der Comic-Szene nicht sicher, ob er überhaupt existierte. Denn auf Festivals und Salons machte er sich rar. Jetzt ist der Mitbegründer und Ideengeber von ZEBRA das anspruchsvolle deutsche Comic-Magazin, Georg K. Berres (1951-2026), nach langer schwerer Krankheit endgültig von uns gegangen.
Außer ZEBRA-Herausgeber und -Chefredakteur war er auch erfolgreicher Hörspielautor und heimlicher Lyriker. Er war als Journalist für den Kölner-Stadt-Anzeiger tätig und als Regie-Assistent beim WDR, anschließend als freier Schriftsteller. Er schrieb zahllose Hörspiele und Rate-Krimis für den BR, MDR, SWR, WDR, war einer der ersten Autoren der interaktiven Bühnen-Show Fang den Mörder.
Unter seiner Redaktionsleitung gewann ZEBRA den Zine Zone Award, den Prix Vienne und den ICOM Independent Comic Preis. Berres beteiligte sich an ZEBRA als Texter und anfangs, unter dem Alias Bill GoGer, auch als Zeichner (BUH-MAN – Der Superheld, den Deutschland verdient).
Er arbeitete an BRETT™ DER TAPFERE RAUMPILOT mit, entwarf zusammen mit ZEBRA-Mitbegründer Rudolph Perez für den Science-Fiction-Helden einen ganzen Zyklus, der von vielen berühmten Zeichnern (von Geier bis Bela Sobottke) ins Bild gesetzt wurde.
Er belieferte U-COMIX mit Kurzcomic-Szenarien, die von Oleg Yudin und Nick Smirnov gezeichnet wurden. Außerdem verfasste er mehrere skurrile Geschichten über das Brüderpaar DOMINIK & JAN (illustriert von Tom Eigenhufe) für Gecko, die Bilderbuchzeitschrift, und schrieb kürzere Beiträge für Alfonz und Die Sprechblase.
Zuletzt arbeitete er tatkräftig an den ZEBRA-eigenen Comic-Zeichner-Erlebnis-Comics mit. Der neue Band erscheint voraussichtlich im Herbst 2026.
Wer Georg kennengelernt hatte, kannte ihn als großzügig und liebenswert. Er hinterlässt eine trauernde Witwe und eine traumatisierte ZEBRA-Redaktion.
Die Beisetzung fand in aller Stille statt.










