Gringos in Erlangen 2026

Der 22. Internationale Comic-Salon Erlangen ist Geschichte. Wir sind platt aber erfüllt mit der ganz großen Packung Comic-Liebe. Wir feierten unser 30jähriges Erlangen-Jubiläum, 1996 war Gringo das erste Mal mit einem eigenen Stand vertreten. Da ließ sich Obergringo Holger nicht lumpen und spendierte dem Verlag einen komplett neuen Messestand, individuell zugeschnitten und modular aufbaubar. Wir Gringos und Gringas dankten es ihm, denn wir hatten dank angeschraubter Signiertischchen beim Signieren endlich Platz für unsere Beine! Nach Jahrzehnten des Zusammenfaltens der Extremitäten war das geradezu eine Erholung.

Es signierten nicht nur die alten Gringo-Recken Holger Bommer, Haggi, Rudolph Perez, Bela Sobottke, Thomas Baehr, Jazze, Zano, und hier und da der Geier und Jo Guhde, auch unsere Neuzugänge Vanessa Drossel, Marco Finkenstein, Matthias Lorenz und Embe bestanden ihre Feuertaufen mit Bravour! Hinzu kamen noch einige Signier-Gäste, zumeist assoziiert durch den BRETT-Jamcomic, wie Haimo Kinzler, Maximilian Meier, Matt Schäfer und Niklas Kuntschig sowie unser Special Guest Michael Vogt (der mit Bela COZMIC 11 signierte), von dem ihr, soviel dürfen wir schon verraten, noch einiges bei Gringo hören werdet. So viele Signierende gab es noch nie bei uns. Wir waren so engagiert, dass einer von uns sogar nach seiner Signierstunde unweit vom Gringo-Stand in der Orangerie umkippte und für große Aufregung sorgte. Allen, die das mitbekommen haben, sei gesagt: Es geht ihm wieder gut, das Krankenhaus hat sein Herz-Kreislauf-System durchgecheckt, ihn als gesund entlassen, und zwei Tage später hat er bereits wieder signiert und war ganz der Alte. Held der Arbeit!

Wer neben dem Standrummel noch ein bisschen Zeit hatte, wanderte durch die weiteren Messehallen, kaufte hier und da ein neues Werk, traf sich mit anderen Comicschaffenden auf einen Plausch, besuchte Ausstellungen und Panels.

Nach den langen Messetagen ging die Gringo-Crew abends essen und je nach Vorliebe ein paar Bier oder Säfte trinken. Dort besuchten uns dann einige Mitglieder der Gringo-Familie, die tagsüber nicht am Stand waren, wie Sebastian Sommer und Martin Frei (der dieses Jahr bei der ZACK Edition signierte). Da wird dann viel gelacht, gefrotzelt, es werden Anekdoten ausgetauscht, Pläne geschmiedet, Comic-Entdeckungen geteilt. Diese Abende machen mindestens genau so viel Spaß wie die Messe selbst.

Der Comic-Salon verzeichnete auch dieses Jahr wieder einen Besucherzuwachs: Über 35.000 Gäste zählte das Kulturamt Erlangen, so viele, wie nie zuvor. Gringo Comics stellte erneut einen Umsatzrekord auf und übertraf sein Bestergebnis vom letzten Salon. Ein Erfolg auf ganzer Linie! Und ein famoser Spaß. Wir freuen uns jetzt schon auf 2028 und den 23. Internationalen Comic-Salon!

Die Ballade der Carol Welsh 1

Über den famosen Westerncomic von unserem geschätzten Gringo-Kollegen Martin Frei haben wir hier im Logbuch schon des öfteren berichtet. Wir schrieben über die Erstveröffentlichung in Fortsetzungen im ZACK Magazin, damals noch als DIE FRAU MIT DEM SILBERSTERN betitelt und als Fortsetzung des BLUEBERRY-Albums DER MANN MIT DEM SILBERSTERN konzipiert. Wir berichteten über die erste Version des schicken Hardcover-Sammelbandes, die trotz Freigabe durch den BLUEBERRY-Lizenzgeber aufgrund von plötzlich auftretenden Problemen mit einem Charlier-Erben geschreddert werden musste. Doch jetzt hat das alles ein Happy End, und wir können den prachtvollen ersten Sammelband von Martins Western-Epos in den Händen halten, bereinigt um jeglichen BLUEBERRY-Bezug.

Es geht um Carol Welsh, die im Jahr 1869 als Lehrerin arbeitet, und einen schweren Stand im Kaff Snowflake hat. Sie lehrt nämlich Wissenschaft und Humanismus statt überholter Schöpfungsgeschichte, sie redet freundschaftlich mit dem Ureinwohner Yatho anstatt ihn argwöhnisch zu beäugen und ist überhaupt ein unabhängiger, aufgeklärter Geist. Das passt den verkrusteten Altvorderen und Dorfbewohnern nicht, und so werden Carol und Yatho flugs als Sündenböcke auserkoren für den grausamen Mord an der Frau des Bürgermeisters. Um das Städtchen herum sind indes die grausamen Wolfskrieger auf Rache für vergangene Massaker aus und bereiten einen entscheidenden Angriff vor.

Auch wenn man die Geschichte bereits aus den Fortsetzungen im ZACK Magazin kennt, ist es ein Erlebnis, Martins Werk nochmal am Stück zu bestaunen. Sein Wild-West-Comic braucht den Vergleich mit den großen Euro-Western nicht zu scheuen, seine Zeichnungen sind eine Augenweide. Man verliert sich in den Panoramen oder den detaillierten Nahaufnahmen von Gesichtern. Das Storytelling zieht einen in die Geschichte hinein und man will den Band nicht aus den Händen legen. Die makellose Aufmachung des Comics als 124seitiges Harcover mit stabilem Papier, glasklarem Druck und reinen Farben tut ihr übriges. Abgerundet wird der Band durch einen Anhang mit ergänzenden Illustrationen und einen Artikel von Sven Krantz-Knutzen, der noch einmal den Fall Silberstern und die Karriere von Martin Frei rekapituliert.

Schön, dass weder Martin noch ZACK-Heraugeber Georg F.W. Tempel sich von dem Desaster um den Silberstern verunsichern ließen. Man darf sich schon sehr auf Band 2 freuen, dessen erste Hälfte bereits im vergangenen Jahr in Fortsetzungen in ZACK erschien (wir berichteten).

DIE BALLADE DER CAROL WELSH 1 ist ab sofort im Comicladen oder direkt bei der ZACK Edition erhältlich und sei euch hiermit wärmstens ans Herz gelegt.

Das war 2025

Das neue Jahr steht in den Startlöchern, und wir wollen nochmal zurückblicken aufs alte. 2025 erschienen fünf Neuheiten bei Gringo Comics und zwei Neuauflagen von vergriffenen Titeln:

Matthias und Embe sind neue Verlagsmitglieder, und wir heißen sie an dieser Stelle nochmal herzlich willkommen! Zano hat nach langer Abstinenz wieder einen absoluten Kracher vorgelegt, flankiert von einer schönen Ausstellung in Köln. Stephan war mit gleich zwei Veröffentlichungen produktiv wie immer. Haggis dreiteiliges GOTT-Epos ist mit der Neuauflage vom zweiten Band wieder komplett bei uns lieferbar. Und Belas neuester Wurf TERROR 3000, der 2024 in Rekordzeit verlagsvergriffen war, ist mit der Zweitauflage auch wieder überall verfügbar. Gringo war mit einem Stand beim Comicfestival München vertreten, außerdem erschien ein neues GringoMag, das es wie immer gratis im Comicladen und hier im Logbuch gab. Weiterhin erschien monatlich ein POL-Strip von Thomas Baehr bei uns im Logbuch.

Auch außerhalb des Verlags waren unsere Gringos wieder fleißig. Martin Frei veröffentlichte den sensationellen zweiten Teil seines Westerns DIE BALLADE DER CAROL WELSH in vier Fortsetzungen in ZACK, zudem erschienen beide Bände als Lizenzausgabe in den Niederlanden. Bela Sobottke war in den zwei YouTube-Sendungen NACHT AKTIV und COMICS SIND KUNST zu Gast. Rudolph Perez und die ZEBRA-Crew veröffentlichten die ZEBRA-Sonderbände SENSATIONSJOURNALISMUS UND KULTURELLE MISSION: ZWEITER SAMMELBAND, das ZEBRA FERIEN-SONDERHEFT, den zweiten 10-JAHRES-INDEX der Sprechblase sowie zuverlässige zwei ZEBRA-Newsletter. Der von Bernd Frenz geschriebene PHANTOM-Band PHANTOM 2: TÖDLICHE DINOSAURIER erschien in der ZACK Edition, zudem wurden zwei seiner PHANTOM-Comics nach Schweden und Deutschland sensationellerweise als Lizenzausgabe in Australien veröffentlicht. Außerdem hat Bernd drei Hefte der lustigen ZOMBIACS getextet. Ganz besonders schön für die Gringo-Leserschaft ist auch das von Jo Guhde herausgegebene SPRÜHENDE PHANTASIE 30: BRETT SPECIAL, bei dem jede Menge Gringo-Zeichner mit BRETT-Seiten vertreten sind.

Wir machen nun einen Haken hinter 2025. Die ersten neuen Veröffentlichungen und Projekte für 2026 sind bereits in der Pipeline. Wir sehen uns im neuen Jahr! Rutscht gut rüber!

Die Ballade der Carol Welsh (Kapitel 4)

Mannomann, kaum hat man sich umgeguckt, ist bereits das erste Quartal des neuen Jahres um – und die vierte ZACK-Ausgabe 2025 flattert einem auf den Tisch. Mit enthalten ist das vierte und letzte Kapitel von Martin Freis grandiosem Westerncomic DIE BALLADE DER CAROL WELSH. Nachdem es im vorigen Kapitel entspannt zuging, und wir bereits ahnten, dass es sich dabei nur um die Ruhe vor dem Sturm handeln konnte, eskaliert jetzt alles sehr schnell. Carol und Justin sprechen sich aus, kommen sich näher, und müssen sich einem brutalen Kopfgeldjäger erwehren. Dabei erfahren wir mehr Details aus Carols bewegter und schmerzhafter Vergangenheit, während die nächsten Kopfjäger bereits waffenstarrend in Lauerstellung warten. Justin sieht nur noch einen dramatischen Weg, Carols Leben zu retten – aber das soll hier nicht ausgeplaudert werden.

Nur soviel sei verraten: Dieses letzte Kapitel endet mit einer wunderschön gezeichneten Vogelperspektive und dem Hinweis „Fortsetzung folgt“. Damit ist klar, dass es einen weiteren, vierten Band der Geschichte um Carol Welsh geben wird – und die Zeichen stehen auf Sturm. Wir können es kaum erwarten. Weitere Neuerscheinungen aus Martins Westernuniversum, die uns ins Haus stehen, sind zudem der überarbeitete Sammelband der ersten beiden Teile in der ZACK-Edition und die holländische Lizenzausgabe. Es wird also weiterhin viel zu berichten geben über unsere gute Carol Welsh – stay tuned!

ZACK 04/2025 (#310) mit dem vierten Kapitel von DIE BALLADE DER CAROL WELSH ist ab sofort im Comicladen und am Bahnhofskiosk erhältlich.

Carol Welsh reist in die Niederlande

Gute Nachrichten für unsere holländischen Nachbarn: Martin Freis großer Westerncomic um die Titelheldin CAROL WELSH wird in die Niederlande lizensiert! Der erste Teil erscheint im Mai, der zweite im September beim niederländischen Comicverlag HUM! Natürlich werden die Comics dort in ihrer überarbeiteten Fassung ohne Blueberry-Bezug veröffentlicht, einmal Stress mit den Charlier-Erben reicht… Die Cover-Abbildungen oben sind daher nicht final, der Titel wird noch geändert.

Die überarbeitete Fassung der ersten beiden Teile wird demnächst auch in Deutschland als Album bei Blattgold verlegt. Aktuell erscheint der dritte Teil DIE BALLADE DER CAROL WELSH in Fortsetzungen in ZACK.

Die Ballade der Carol Welsh (Kapitel 3)

Die Zeit rennt und so landet dieser Tage bereits ZACK #3/2025 in den Comicläden und Kiosken der Republik. Mit dabei ist natürlich das dritte Kapitel von Martin Freis grandioser Western-Saga DIE BALLADE DER CAROL WELSH. Diesmal steht eine ruhige Gangart im Vordergrund. Jeder, der Geschichten entwirft, kennt das: Ab und zu braucht es Zeit zum Verschnaufen, in der die Handlung vorangebracht wird und die Charaktere sich entfalten können. Wir lernen mehr über die bewegte Vergangenheit der Carol Welsh; die blinden Flecken während ihrer Reise von Washington nach Snowflake und ihrer parallel stattfindenden Verwandlung von der steckbrieflich gesuchten Carol McCoy über Shrewkiss-Kate zur Lehrerin Carol Welsh füllen sich langsam mit Informationen. Gleichzeitig verdichten sich die Beziehungen der Bewohner von Snowflake zu unserer Hauptfigur. Insbesondere Justin und seine heimliche Liebe zu seiner ehemaligen Lehrerin stehen diesmal im Mittelpunkt.

Es spricht für Martins Qualität als Szenarist und Zeichner, dass diese Informationsvermittlung niemals langweilig wird, sondern wohldosiert, atmosphärisch dicht und zeichnerisch interessant umgesetzt wird. Die Dialoge werden eingebettet in einen Faustkampf und ein bisschen Erotik, parallel werden stimmungsvolle Abendbilder eingestreut und zwischendurch gibt es zur Auflockerung wieder eine von diesen unheimlichen, in Blautönen gebadeten Albtraum-Szenen. Das ist großes Kino und wir freuen uns schon auf Kapitel 4!

ZACK 03/2025 (#309) mit dem dritten Kapitel von DIE BALLADE DER CAROL WELSH ist ab sofort im Comicladen und am Bahnhofskiosk erhältlich.

Die Ballade der Carol Welsh (Kapitel 2)

ZACK 02/2025 flattert dieser Tage in die Comicläden und die Kioske und damit das zweite Kapitel von Martin Freis fantastischem Western-Comic DIE BALLADE DER CAROL WELSH. Was im ersten Kapitel nur angedeutet wurde, wird nun Gewissheit: Carol Welsh, die Lehrerin von Snowflake, hat eine bewegte Vergangenheit und hieß nicht immer Carol Welsh (fast wie im wahren Leben, wo sie bekanntlich mal Katie Marsh hieß). Ihr eigentlicher Name ist Carol McCoy und sie soll in Washington als Mitglied einer Gruppe von militanten Frauenrechtlerinnen einen Senator ermordet haben. Seither ist sie auf der Flucht vor dem Gesetz und tauchte zunächst unter dem Tanznamen Shrewkiss-Kate im Saloon Golden Spur in Holbrock unter, bevor es sie als Lehrerin nach Snowflake verschlug. Das ruft nun allerlei Kopfgeldjäger, vor allem die mysteriöse Misses Holden und ihre Bande von Halsabschneidern auf den Plan. Carol muss erneut untertauchen…

Sehr dramatisch das alles, passend unterstützt von Martins effektiven Zeichnungen: An den Panoramen kann man sich nicht sattsehen, an majestätischen Tafelbergen und aufgetürmten Wolken-Formationen, an waberndem Nebel im Zwielicht, am Spiel von Licht und Schatten und an den exzessiv und doch stets präzise eingesetzten Schraffuren. Man verweilt beim Betrachten der verschiedenen Gesichter, die vor allem in den Nahaufnahmen wunderbar modelliert sind. Eine Traumsequenz ist so surreal beunruhigend inszeniert, dass man sich nicht wundern sollte, wenn man sie in der auf die Lektüre folgenden Nacht weiterträumt.

ZACK 02/2025 (#308) mit dem zweiten Kapitel von DIE BALLADE DER CAROL WELSH ist ab sofort im Comicladen und am Bahnhofskiosk erhältlich.

Carol Welsh Trailer


*ACHTUNG: Indem du auf Play drückst, stimmst du dem Laden von externen Inhalten zu.*

Unser Mit-Gringo Martin Frei (KOMMISSAR EISELE) hat einen Trailer für seine jüngst gestartete ZACK-Serie DIE BALLADE DER CAROL WELSH gezaubert. Der Trailer, mit klassischer Western-Musik untermalt und in Sepia-Tönen gehalten, illustriert gerade durch die Nahaufnahmen und das Weglassen der Kolorierung auf eindrucksvolle Weise Martins zeichnerische Meisterschaft. Viel Spaß beim Gucken!

Das war 2024

Wir wollen 2024 nicht verstreichen lassen, ohne auf das bewegte Gringo-Jahr zurück zu blicken. Dieses Jahr gab es ganze zehn Veröffentlichungen bei Gringo, was 2024 zu einem der produktivsten Jahre der Verlagsgeschichte macht. Wenn man die Neuauflage von KOMMISSAR FRÖHLICH 1 mitrechnet, hat Stephan Hagenow tatsächlich die Hälfte des Jahresausstoßes im Alleingang zu verantworten. Von ihm erschienen neben der lange vergriffenen und neu kolorierten Neuauflage von KOMMISSAR FRÖHLICH 1: FEUERTEUFEL außerdem KOMMISSAR FRÖHLICH 19: VERGELTUNG und KOMMISSAR FRÖHLICH 20: MÖRDERSTAAT sowie RATTENWELT 2 und EINAR DER WIKINGER 3: DORF DER VERDAMMTEN. Was für ein Pensum!

Doch weitere Gringos waren auch nicht untätig und haben Neuheiten vorgelegt, die teilweise sehr sehnsüchtig von der Leserschaft erwartet wurden. Neue Gagstrips erschienen von Jazze mit dem existenzisalistischen Band HANS DIE LARVE 4: HAARFEIN und von Holger Bommer mit der köstlichen albenlangen Geschichte KURT 5: …TRIFFT REGINALD. Thomas Baehr legte den wortlosen, nachdenklichen und wunderschön inszenierten Langcomic DAS ENDE mit seinen aus POL bekannten Pinguinen vor, Haggi stellte endlich den wirklich sehnsüchtig erwarteten und spektakulär ausgefallenen DIE ABENTEUER VOM LIEBEN GOTT 3 fertig (und komplettierte damit das Erste Buch Mose) und Bela Sobottke veröffentlichte seinen neuen Wurf TERROR 3000, dessen erste Auflage dank des großen Presserummels nach vier Monaten bereits verlags- und vertriebsvergriffen war.

Auch direkt hier im Logbuch erschienen wieder Comics, wobei POL von Thomas Baehr besonders hervorzuheben ist. Pünktlich auf die Minute an jedem Zehnten des Monats erschien ein Streifen mit den so knuffigen wie nachdenklichen Pinguinen, teilweise in Erstveröffentlichung. Das erste halbe Jahr erschein auch der HARTMUT monatlich, pausiert allerdings ab der Jahreshälfte und gesellt sich damit zum ebenfalls pausierenden COMMANDER CORK. Sobald einer der beiden zurückkehrt, erfahrt ihr es als erste!

Natürlich erschienen auch wieder zwei Gringo Mags mit vielen Comics aus der Verlagsschmiede, die kostenlos im Comicladen erhältlich waren oder digital direkt hier im Logbuch.

Das Kernstück des Gringo-Jahres 2024 war der Comic-Salon Erlangen. Zum Salon erschienen bei uns sechs unserer zehn Neuheiten, die fleißig am Gringo-Stand signiert wurden. Außerdem waren wir diesmal auch außerhalb der Verlagsmesse besonders präsent, dank der famosen Ausstellung von Jo Guhde zum 40. Jubiläum der Sprühenden Phantasie und der Teilnahme von Holger Bommer und Bela Sobottke an Panel-Diskussionen des Salons. Und natürlich saßen wir Gringos auch nach Feierabend wieder viel zusammen bei Speis und Trank. Ein Fest!

Auch außerhalb der heiligen Verlagshallen waren unsere Gringos wieder sehr aktiv. Wie üblich erschienen zwei ZEBRA Newsletter von Rudolph Perez in 2024 und zudem eine neue Ausgabe des ZEBRAs selbst! ZEBRA 19/20 ist nicht nur besonders schön und prall geworden, es ist auch eine ganz besondere, weil die letzte Ausgabe. Nach Jahrzehnten begibt sich das ZEBRA in den Ruhestand – wir haben es in 2024 noch einmal ganz besonders gefeiert! ZEBRA-Mastermind Rudolph Perez war zudem mit dem wunderschönen Comic GEISTERSTUNDE in Comics & Mehr 108 vertreten.

Haggi war neben seinem dritten LIEBEN GOTT noch an einem weiteren biblischen Projekt beteiligt, nämlich an der Comic-Bibel des Niemegker Pfarrers Daniel Geißler. Ein außergewöhnliches Projekt!

Bernd Frenz hat nicht nur den Comic DER GROSSE JEAN-CLAUDE MÉZIÈRES von Philippe Aymond an ZACK vermittelt und schrieb einen kenntnisreichen Artikel über CAPTAIN FUTURE für Alfonz, er zeichnet auch verantwortlich für ein ganz besonderes Projekt: Im November erschien in der ZACK Edition das erste PHANTOM-Album mit Geschichten, die Bernd Frenz getextet hat. Band 2 steht bereits in den Startlöchern. Chapeau!

Martin Frei arbeitete das Jahr über an seinem famosen Western-Comic DIE BALLADE DER CAROL WELSH, dessen erstes Kapitel soeben in ZACK 01/2025 veröffentlicht wurde. Die weiteren Kapitel folgen im nächsten Jahr und es wird groß!

Geier veröffentlichte komplett undercover im Eigenverlag ebenfalls einen Western. Glücklich, wer eine Ausgabe des Comics ROTER SCHNEE auf verschlungenen Wegen käuflich erwerben konnte. Spektakulär!

Bela Sobottke war dank seiner Neuerscheinung TERROR 3000 dieses Jahr besonders gefragt. Im März war er bei der YouTube-Sendung The Old’s Cool zu Gast, im Juni saß er in Erlangen auf dem Podium und diskutierte zum Thema Zehn Jahre Comic-Förderung in Deutschland: Eine kritische Zwischenbilanz, im Juli war er in bei FluxFM und der radioeins Sendung Live aus dem Bikini mit Silke Super zu Gast, und im September absolvierte er eine Signierstunde mit Michael Vogt im Comicladen Grober Unfug. Er schnitt zudem in liebevoller Handarbeit einen schicken Trailer zu TERROR 3000, der seinen Teil dazu beitrug, den Comic vier Monate lang in der Presse präsent zu halten. Schließlich gewann TERROR 3000 beim Publikumspreis für Eskapismus, Nerdkultur & Phantastik (PEN&P) gar den Bronzenen Stephan.

Wir ruhen uns nun etwas aus, genehmigen uns ein Gläschen Brause zum Jahreswechsel, um uns dann im nächsten Jahr mit neuen Projekten zurückzumelden. Rutscht gut rüber!

Die Ballade der Carol Welsh (Kapitel 1)

Das neue Jahr steht in den Startlöchern und damit ein weiteres Kapitel aus Martin Freis aktueller Western-Saga. Eigentlich als Fortsetzung vom BLUEBERRY-Klassiker DER MANN MIT DEM SILBERSTERN konzipiert, lief Martins DIE FRAU MIT DEM SILBERSTERN ab Sommer 2021 in ZACK. Als die Albenveröffentlichung anstand, gab es plötzlich rechtliche Probleme – und der Comic wanderte in den Giftschrank.

Es ist bemerkenswert, dass sich weder ZACK-Verleger Georg Tempel noch unser geschätzter Gringo-Kollege Martin Frei davon unterkriegen ließen. Und so arbeitet Martin aktuell die beanstandeten Teile 1 und 2 seiner Western-Saga um: Namen werden ausgetauscht und Bezüge geändert, so dass am Ende ein komplett von BLUEBERRY unabhängiger Western entsteht, der dann erneut als Hardcover-Album veröffentlicht werden soll.

Doch damit nicht genug, erscheint in der ersten ZACK-Ausgabe des neuen Jahres das erste Kapitel der Fortsetzung unter dem Titel DIE BALLADE DER CAROL WELSH. Richtig, die Lehrerin Katie Marsh heißt jetzt Carol Welsh, das Westernkaff Silver Creek heißt nun Snowflake, Blueberry heißt Bullet Hill. Und das macht nicht nur nichts, sondern die ersten Seiten wirken so, als wäre Martin geradezu befreit, als hätte er sämtlichen Ballast von Bord respektive aus der Postkutsche geworfen. Gleich zu Beginn braucht er Bullet Hills Gesicht nicht mehr im Schatten zu verstecken, sondern spendiert ihm zwei Seiten mit Carol Welsh. Er nimmt sich Zeit, die Geschichte zu entfalten, die Charaktere einzuführen. Justin (das war mal Dusty) schmachtet immer noch Carol Welsh an (und wenn man sich das wunderschöne Cover anschaut, dann könnte daraus wohl noch was werden?), ein zwielichtiger Typ sucht eine gewisse Carol Macoy und die mit viel Geld gesegnete, soeben angereiste Misses Holden möchte in den ortsansässigen Salon investieren und sucht nebenbei „Shrewkiss-Kate“. Das ist alles sehr mysteriös und es kommt wohl noch einiges zu auf Carol Welsh.

Zeichnerisch zieht Martin alle Register, die schönen Panoramaufnahmen, die stimmungsvollen Szenerien, und nicht zuletzt die Schraffurendichte suchen ihresgleichen. Wir können es kaum erwarten, dass es weitergeht.

ZACK 01/2025 (#307) mit dem ersten Kapitel von DIE BALLADE DER CAROL WELSH ist ab sofort im Comicladen und am Bahnhofskiosk erhältlich.

Das war 2023

Das Jahr geht zu Ende, Zeit für unseren traditionellen Rückblick. 2023 haben wir sechs Comics veröffentlicht, einen davon in zwei Varianten. Mit RATTENFALLE 6 haben wir Stephan Hagenows ersten Ratten-Zyklus abgeschlossen, dessen erste zwei Drittel bereits in den 90ern gezeichnet wurden, und hier endlich eine komplette Veröffentlichung erfahren haben. Doch Stephan war damit nicht durch mit den Ratten, daher erschien später im Jahr RATTENWELT 1, das neueste Kapitel aus seinem inzwischen episch ausufernden Ratten-Kosmos. Natürlich vergeht auch kein Jahr ohne einen neuen KOMMISSAR FRÖHLICH-Comic des Vielzeichners – es ist bereits der 18. Band mit dem flammenden Titel INFERNO. Stephan ist nicht der einzige altverdiente Zeichner im Gringo-Stall der dieses Jahr auf sich aufmerksam gemacht hat, und so haben drei weitere Zeichnerrecken neue Werke bei uns veröffentlicht: Rudolph Perez legte den heiß ersehnten COMMANDER CORK 5 vor, Martin Frei lieferte die spektakuläre Neuedition von KOMMISSAR EISELE 3 in einer regulären und einer limitierten Version ab und Haggi veröffentlichte zum Jahresende den grandiosen neuen Hartmut-Comic DER HARTMUT GET INZ KIENO.

Auch direkt hier im Gringo Logbuch gab es wieder feine Web-Comics aus der Gringo-Schmiede. Jeden ersten des Monats erschien ein neuer COOMANDER CORK-Comic von Rudolph Perez, jeden zehnten ein neuer POL-Strip von Thomas Baehr und jeden zwanzigsten ein neuer HARTMUT von Haggi. Selbst KURT von Holger Bommer kam mal wieder vorbei und hatte einen köstlichen Run alle zwei Wochen von April bis Juni. COMMANDER CORK hat sich zum Jahresende desintegriert, und wir hoffen, dass er sich im Laufe des kommenden Jahres wieder materialisiert. Besonders gefreut hat uns, dass unser Gringo Logbuch und die enthaltenen Comics dieses Jahr ausgiebig von Tyll Peters im Comic-Fachmagazin Alfonz gewürdigt wurden.

Neben diesem ausführlichen Artikel in Alfonz über das Gringo Logbuch erschienen weitere Texte über Gringo-Zeichner in Alfonz, bei PPM, in den Nürnberger Nachrichten, im Altländer Tageblatt, in PLOP, in ZACK, im Comic-Jahrbuch, in Geek und in der Sprechblase.

Im Frühjahr hatten wir eine tolle Ausstellung im Aktions- und Schauraum des Comic-Museum Erlangen e.V. inklusive einer schicken Broschüre mit Texten von Bernd Frenz und Grafik von Bela Sobottke. Die Ausstellung wurde aufgrund der großen Nachfrage gar verlängert. Bei der Vernissage waren die Gringo-Zeichner Holger Bommer, Sebastian Sommer und Thomas Baehr anwesend und signierten fleißig drauf los. In den folgenden Wochen gab es weitere Signierstunden im Rahmen der Ausstellung von Thomas, Sebastian und Holger.

Rudolph Perez schrieb zuverlässig wie ein Uhrwerk zwei launige und informative ZEBRA-Newsletter.

Von Martin Frei erschien der famose Western-Comic DIE FRAU MIT DEM SILBERSTERN in der ZACK Edition, und musste kurz nach Erscheinen aufgrund der Intervention eines Charlier-Erben, der mit den (zuvor mit dem Lizenzgeber abgesprochenen) Blueberry-Zitaten im Comic nicht einverstanden war, wieder eingestampft werden. Der Albtraum eines jeden Zeichners.

Unser Berliner Gringo Bela Sobottke war mal wieder beim grandiosen Comic-Podcast Yay, Comics! zu Gast („Mit Sacknaht im Stadtpark“) und es gelang ihm, trotz abgeschaffter Comic-Seite zwei Artikel für den Tagesspiegel zu schreiben. Außerdem gab es nach langer pandemiebedingter Pause wieder eine der legendären Signierstunden der Berliner Comic-Dreifaltigkeit Henning – Vogt – Sobottke im Groben Unfug.

Ihr seht, wir waren fleißig und haben es uns verdient, am letzten Tag des Jahres die Beine hochzulegen, ein bisschen Raclette zu futtern und ein paar Bierchen zu kippen. Neue Projekte, insbesondere tolle Comics, sind in der Pipeline, der Stand für den Comic-Salon Erlangen 2024 ist gebucht. Wir sehen uns im nächsten Jahr, rutscht gut rüber!