Bernd & Pierre Online

Bernd Frenz‘ Artikel über Pierre Christin und seine Comic-Autobiographie Ost-West, der in der im Dezember erschienenen Alfonz-Ausgabe 1/2019 abgedruckt war, wird nun durch einen Online-Artikel zum gleichen Thema ergänzt. Unser fleißiger Gringo-Autor schreibt diesmal auch über die Legenden der Gegenwart, die Christin mit dem großen Zeichner Enki Bilal umsetzte, und über den Einfluss von Valerian und Veronique auf Hollywood-Filme. Abgerundet wird das ganze mit einem kurzen Clip, der zeigt, was sich George Lucas und seine Star Wars-Designer bei Pierre Christin, Jean-Claude Mézières, Mœbius und Druillet abgeschaut haben, und mit einer komplette Episode der kurzlebigen Valerian-Zeichnetrickserie. Das nenne ich Service! Wer sich umfassend über Pierre Christin informieren möchte, sollte am besten beide Artikel von Bernd, den gedruckten in Alfonz und den digitalen im Netz back to back lesen! Zu finden ist der neue Artikel auf der Internetseite von Fischer Tor, dem Label, bei dem Bernd auch als Buchautor unter Vertrag steht. Reinschauen könnt ihr hier:

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Der Nick-Knigge

Zur Zeit häufen sich die runden Geburtstage bekannter Comic-Figuren. Lucky Luke wurde 70, Spirou 80, Micky Maus und Popeye 90. Doch auch eine deutsche Comicfigur hatte 2018 einen runden Geburtstag: Nick der Weltraumfahrer feierte seinen 60sten! Grund genug für Autor Andreas C. Knigge und Herausgeber Hartmut Becker, der Science Fiction-Serie von Hansrudi Wäscher einen dicken fetten Sekundärband zu widmen.

1958 war die junge Bundesrepublik mit dem Wirtschauftswunder und der Verdrängung des Nationalsozialismus beschäftigt. Küchenmixer, Waschmaschinen und Fernseher halten Einzug in deutsche Wohnungen, Adenauer ist Kanzler, die Rente kommt. Die zaghaften Versuche der Jugend, aus dem bedrückend-spießigen Alltag auszubrechen, werden als „Verwahrlosung und Verrohung“ (FAZ) gebrandmarkt. In dieser Gemengelage erscheint nach Sigurd und Akim Wäschers dritte Publikation für den Lehning Verlag: „Sputnik explodiert“ heißt das erste Piccolo aus der Serie Nick der tapfere Raumpilot. Der Titel bezieht sich auf die erste Raumsonde im All, die zum Entsetzen der westlichen Welt nicht von den Amerikanern, sondern den Sowjets dort hochgeschossen wurde. Comic-Urgestein Andreas C. Knigge beschreibt das alles in seinem Sekundärband DER GRIFF NACH DEN STERNEN – NICK DER WELTRAUMFAHRER sehr ausführlich und reich bebildert. Kenntnisreich setzt er den geschilderten Inhalt der Piccolos in den geschichtlichen Kontext der Bundesrepublik.

Die Nick-Piccolo-Serie erschien nur von 1958 bis 1960 (gefolgt von einigen Großbänden) und ist damit Wäschers kürzeste Serie geblieben. Was schade für die Fans des Weltraumfahrers war, ist gut für das Buchkonzept. Dank des überschaubaren Umfangs der Serie kann hier das Phänomen Nick in einer umfassenden Komplettheit beleuchtet werden, die bei Sigurd ein Telefonbuch füllen würde. Und es bleibt sogar noch Platz für die Nachfolgeserien, die nicht mehr Wäscher, sondern andere Autoren und Zeichner gestaltet haben. Darunter ist auch unser Gringo-Kollege Jürgen „Geier“ Speh, der die Nick-Piccolos seit 2010 zeichnet und aktuell an seinem 129. Heft arbeitet. Über Geier heißt es im Buch: „Da bei den Lesern im jetzt grauhaarigen Alter (…) Thrill weniger eine Rolle spielt als zu frischen Jugendtagen, ist es (…) die Atmosphäre, die sie in den Heften suchen – und die Jürgen Speh adäquat zu bieten vermag, bald bereits in schon mehr Piccolo-Heften, als Wäscher sie in den Jahren nach dem Sputnik zeichnete.“

Der 260seitige Hardcoverband DER GRIFF NACH DEN STERNEN – NICK DER WELTRAUMFAHRER (dem zwei späte Nick-Piccolos von Wäscher beiliegen) ist ein kompaktes Stück Comicgeschichte und seit November im Comicladen oder direkt beim Verlag Comics etc. für 48,95 Euro erhältlich.

Neues vom Zebra XXXVII

Ein neues Jahr startet, ein neuer Zebra-Newsletter kommt! In dieser 37sten Ausgabe wird die existenzielle Frage gestellt, „warum man dauernd auf Messen fährt, seine gesammelten Veröffentlichungen mitschleppt und Verkehrschaos, Verpflegungsdefizite und merkantile Enttäuschungen in Kauf nimmt.“ Die Antwort folgt in den wie immer höchst unterhaltsamen Berichten zu den Comic-Messen des letzten halben Jahres, das waren die Frankfurter Buchmesse und die Kölner Comic-Messe. Auf diese liebgewonnenen, blumigen Beschreibungen des Messe-Wahnsinns wollen wir nicht mehr verzichten, und hoffen daher inständig, dass unser geschätzter Gringo-Kollege und Zebra-Mastermind Rudolph Perez nie seinen Messe-Enthusiasmus verlieren möge.

Weitere Themen sind die Neuauflage von ALS ICH NICHT GEFUNDEN HAB, WAS ICH SUCHTE, HABE ICH DIESEN BAND GEKAUFT, der interaktive Theater-Ratekrimi MOZARTS MÖRDERFLÖTE von Zebra-Mitglied Georg K. Berres, Statistiken zur Online-Reichweite von Zebra und dreiste Fake News in Doku-Comics. Eine Vorschau auf einen mysteriösen neuen Zebra-Sonderband rundet den wie immer bei Splashpages online gegangenen Newsletter ab. Doch lest selbst:

Zebra Newsletter 37